Ich habe die C-Variante, also den Mix aus hyperaktiver und unaufmerksamen Version. Ganz schwach kann ich mich erinnern, dass ich schon immer eine Tagträumerin war. Aber auch daran, wie mir immer wieder gesagt wurde ich soll mal leiser sein. Das hat sich so in mein Hirn gebrannt, weshalb ich vermutlich deshalb heute oft viel zu leise rede. Wobei ich auch heute noch manchmal daraufhin gewiesen werde, bitte nicht so laut zu reden.
Die Hyperaktivität hat sich äußerlich auf verschiedenste Art und Weisen gezeigt. Da es damals sehr schwer war in die Ballett und Kunstturnen Gruppen bei uns reinzukommen, habe ich mir das alles selber beigebracht.
Dann war ich eine Weile beim Judo, sogar mit erfolgreicher Prüfung für den gelben Gürtel. Beim Jazzdance war ich nur ein paar Monate. Trampolin habe ich so richtig mit Wettkämpfen gemacht und bin auch paarmal auf dem Treppchen gewesen (mein Rücken fand das doof, deswegen musste ich aufhören).
Nun ja, Gummitwist und Hula Hoop beherrschte ich ziemlich gut. Hula Hoop heute noch, nur jetzt mit Sportreifen.
Natürlich war ich auch allgemein schon immer hibbelig. Allerdings findet das Hibbelige vermehrt in meinem Kopf statt (da ist ständig ne wilde Party!) und äußerlich sind es meistens nur Mikrobewegungen (Zehen wackeln), aber es gibt auch mal den Hinweis ich möge bitte nicht so wackeln (fällt mir immer erst bei Ansprache auf, ups).
Die wilden Kopfpartys sind auch oft der Grund für die ADHS-Paralysen. Dann schmiedet mein Gehirn komplexe Pläne was, wie, wann, weshalb bestimmte Dinge wichtig sind. Ich glaube ich habe schon im zweistelligen Bereich Businessideen komplett fertig geplant. Halt nur in meinem Kopf. Aufs Papier geschweige denn eine Umsetzung fand leider nicht wirklich statt.
Auch den Haushalt macht mein Gehirn oft erstmal komplett mit sich selber aus. Da gelingt mir zum Glück häufiger die tatsächliche Umsetzung. Gibt allerdings Phasen, da läuft gar nichts. Ich sitze dann nur auf dem Sofa und starre in die Luft und mein Hirn fühlt sich an, als würde es jeden Moment explodieren. Dann suche ich Erleichterung durchs Handy (schlechteste Idee, die es gibt) oder durch lesen von Büchern (viel besser!).