

Dieser Beitrag spiegelt meine Erfahrungen und Meinung wieder. Ich bin kein Psychiater oder Psycholog, nur Betroffene. Wenn du etwas konstruktives dazu sagen möchtest, schreib mir gerne eine E-Mail (an@heike-siegmund.de) oder schreib einen Kommentar (freundliche und konstruktive Kommentare sind immer willkommen).
Tatsächlich gibt es da immer noch ein paar unterschiedliche Auffassungen bei manchem Arzt (ja, wirklich Ärzte), was mich wirklich etwas beunruhig. Die haben dann die Auffassung, dass ADHS eine Erziehungsfrage ist (WTF!), eh nur Jungs haben, natürlich gibt es in deren Welt auch nur den Zappelphilipp und na klar, ADHS verwächst sich, du hast es also nur als Kind. Nach der Pubertät, ZACK, weg.
Nun ja, natürlich ist das tragisch, denn die Mensch, die kein Arzt sind, glauben das und bilden sich so eine Meinung, die auf falschen Aussagen/Tatsachen beruhen. Und dann haben wir den Salat. Alle Menschen, die ADHS haben, werden nicht ernst genommen.
Okay. Also ADHS ist nichts von dem, was im vorigen Text steht! Nur noch mal zur Klarstellung.
Gucken wir uns doch mal an, was verschiedenste Quellen dazu schreiben.
Das Bundesministerium für Gesundheit sagt, es ist eine krankhafte Störung der Aufmerksamkeit und motorische Unruhe.
Bei ADHS.info kannst du lesen, dass ADHS eine Verhaltensstörung ist.
Das zentrales-adhs-netz.de schreibt es ist eine psychiatrische Erkrankung und gesundheitsinformation.de eine psychische Erkrankung.
Zur Erklärung (laut Internet): Es sind alles psychische Erkrankungen, psychisch ist quasi der Überbegriff. Psychiatrische Erkrankungen sind eine Untergruppe der psychischen und meistens viel schwerwiegender, wie Psychosen oder Schizophrenie.
Also danach würde ich ADHS zumindest nicht der psychiatrischen Erkrankungen zu ordnen, was meinst du?
Nun gut. Schauen wir weiter.
Wenn man kinderaerzte-im-netz.de glauben möchte ist ADHS eine ernst zu nehmende folgenschwere Erkrankung.
Die AOK meint es ist eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten im Kinders- und Jugendalter.
Hm. Ganz ehrlich? Für mich ist ADHS keine rein psychische Erkrankung. Aber dazu später mehr.
Und jetzt kommen endlich Aussagen, hinter denen ich auch stehen kann und die vermutlich zu den aktuellsten gehören.
Wikipedia schreibt ADHS ist eine Störung der neuronalen Entwicklung.
Auch adhs-deutschland.de schreibt von einer Störung und zwar von einer Regulationsstörung im Frontalhirn auf genetischer Grundlage.
Und bei msdmanuals.com kannst du lesen, dass ADHS eine Störung der Hirnfunktion ist, die angeboren ist oder sich kurz nach der Geburt entwickelt.
Du siehst, ADHS ist so komplex und noch lange nicht komplett erforscht.
Fakt ist, bei uns ADHSlern liegt eine Störung der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn vor (also erstmal nichts psychische). Und wenn diese beiden Botenstoffe mit Abwesenheit glänzen, kann das zu extremen Beeinträchtigungen führen, sowohl psychisch als auch physisch. Sie sind nämlich verantwortlich für Antrieb, Motivation, Aufmerksamkeit und Stressreaktionen.
Rate mal welche Symptome diese Mängel auslösen können. Richtig, Konzentrationsprobleme, Antriebslosigkeit, chronische Unlust, Vergesslichkeit, Denkschleifen, Schlafstörungen, Ängste, Müdigkeit, Erschöpfung und sogar Bewegungsstörungen.
Bei den vielen Symptomen (da gibt es mit Sicherheit noch viel mehr), wundert es mich nicht, dass viele ADHSler häufig eine Zusatz-Diagnose erhalten. Bei mir ist es die Depression. Allerdings gibt es da einen Unterschied zu der Depression bei einem neurotypischen Menschen. Bei ihm hilft alleine die Behandlung und Therapie für Depression (sollte es zumindest). Ein ADHSler benötigt ganz andere bzw. zusätzliche Unterstützung, denn oft ist die Depression eine Nebendiagnose, die durch das ADHS entstanden ist.
Auch bei Angststörungen hilft eine Therapie für Ängste nur bedingt, wenn ADHS vorliegt und das nicht parallel behandelt wird. Ich denk so wird es für alle Nebendiagnosen sein.
Nun ja, also mir raucht die Birne.
Ich fass nochmal zusammen, was für mich vereinfacht ADHS ist: eine Störung der beiden Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. Es liegt ein Mangel und Ungleichgewicht vor.
Daraus resultieren dann diverse Symptome, die sich bei jedem mehr, weniger und anders auswirken können.
Jup, so kann man das glaube ich ganz gut zusammenfassen, also ganz vereinfacht.
Hast du noch Anregungen zu dem Thema? Du darfst gerne einen Kommentar verfassen.
Bis denndann.

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